Web 2.0

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Web 2.0 http://www.sjrlc.org/spice/CE_2006_04/web_

WEB 2.0

 

Der Begriff Web 2.0 beschreibt eher vage eine veränderte Wahrnehmung und Benutzung des WWW. Hauptaspekt aus organisatorischer Sicht: Benutzer erstellen und/oder bearbeiten im Internet bereitgestellte Inhalte in zunehmendem Masse selbst. Typische Beispiele hierfür sind Wikis, Weblogs sowie Bild- und Video-Sharing-Portale.

 

Was ist WEB 2.0 ?

 

Was wie eine neue Version des World Wide Web daher kommt ist vielmehr ein Kunstbegriff für die zunehmende  Interaktivität und Mitgestaltung. Die gewonnene Benutzerfreundlichkeit führt zu einer längeren Verweildauer und erhöht die Chance, potentielle Kunden zu gewinnen.

Früher im Zeitalter des Web 1.0 war man noch stolz auf seine eigene Website (oder im Volksmund Homepage), hinterliess in Foren ab und zu Kommentare, getraute sich in Chaträume oder auf Datingsites, machte erste Gehversuche beim E-Shopping und wurde oft von Freunden nach guten Internetadressen gefragt, sozusagen als wandelndes Bookmark-Verzeichnis. Damals war man auch schon fast stolz, wenn man über einen ISDN-Anschluss mit einer „schnellen“ Internetverbindung von 64 Kbit/sec. verfügte. Wie lange ist das her? Erst wenige Jahre und wir lachen schon über unseren damaligen Kenntnisse, die Anwendungen und die damals verfügbaren Technologien.

Das Zeitalter des Web 2.0 mutet demgegenüber an, als wären wir schon Lichtjahre in die Zukunft entrückt. Wir surfen heute nämlich zu Hause mit mindestens 1.8 Mbit, also der fast 30-fachen Geschwindigkeit eines ISDN-Anschlusses. Und wir – das ist noch viel wichtiger – bewegen uns im Internet, als wäre es ein Spaziergang um das eigene Haus. Mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegen wir uns durchs Web und wissen meist nicht, dass dies das Web 2.0 ist.


Inhalte rücken ins Zentrum

Wir betreiben heute selber unser Blog, oder lesen zumindest einige Blogs und schreiben ab und zu Kommentare. Wir hören Podcasts und schauen Videos auf Youtube.com und ehrensenf.de. Wir lesen Einträge in Wikipedia oder schreiben selber Ergänzungen dazu. Wir schreiben unsere Meinung über das Hotel auf unserer letzten Ferienreise in hotelcheck.de. Wir fliegen über Google Earth, um uns für den nächsten Urlaub inspirieren zu lassen. Wir suchen eine lokale Bar über map.search.ch oder local.ch, schauen vorher aber dort nach, wie viele freie Parkplätze es im nächstgelegenen Parkhaus noch gibt. Wenn wir unterwegs sind, machen wir das selbstverständlich alles mit dem Handy.


Das alles ist Web 2.0. Aber was gehört genaau alles zum Web 2.0? Es gibt keine einheitliche Definition. Ein Programmierer versteht unter Web 2.0 unter anderem Ajax oder Mashups. Wir wollen uns vor allem auf die Marketingseite des Web 2.0 konzentrieren. Für diese gilt:


  • Die Inhalte sind wichtiger als deren Präsentation (Beispiel Google).
  • Die Inhalte werden durch die Benutzer selber generiert und erhalten dadurch eine höhere Glaubwürdigkeit (User generated Content, Beispiele sind Blogs)
  • Die kollektive Intelligenz kann dank dem weltweiten Netz genutzt und aktiviert werden (Beispiel Wikipedia).
  • Das Internet erlebt eine Sozialisierung und Demokratisierung. Jeder darf mitmachen (Youtube, Myspace).
  • Das Web in der zweiten Version ist eine Plattform. Der lokale Rechner wird immer weniger wichtig. So können heute Anwendungen wie CRM- oder Newsletter-Programme übers Internet gemietet werden (Software as a Service).
  • Inhalte können mehrfach verwendet werden, ähnlich wie es bei der Software das Open Source-Modell darstellt. (Mashups, Google Maps kombiniert mit Inhalten aus anderen Quellen)

Der Verleger und Internet-Pionier Tim O’Reilly hatte am 30.9.2005 seinen richtungsweisenden Artikel "What is Web 2.0 - Design Patterns and Business Models for the Next Generation of Software“ veröffentlicht. Dort versucht er unter anderem anhand von Beispielen und Gegenüberstellungen von Web 1.0 und Web 2.0 den Begriff zu erläutern (siehe Tabelle).


Tabelle: Web 1.0 und Web 2.0 im Vergleich

Die wichtigsten Unterschiede zwischen dem internet der ersten Generation (Web 1.0) und dem Web 2.0 nach Tim O’Reilly.

Anwendung Web 1.0 Web 2.0
Fotoalben Digitale Bilder entwickeln (z.B. www.ofoto.com) www.flickr.com (Fotos in einem Online-Fotoalbum veröffentlichen)
Inhalte und Daten verbreiten www.akamai.com www.BitTorrent.com
Musik online erwerben www.mp3.com (Musikdownload) www.napster.com (Musiktauschbörse)
Enzyklopädien BritannicaOnline www.wikipedia.org
Persönlicher Webauftritt Persönliche Website Weblogs/Blogs
Inhalte veröffentlichen teilnehmen
Content Management CMS (Content Managemenent Systeme) Wikis
Klassifizierung von Inhalten Ordner (Taxonomie) Tags („Folksonomy“)
Soziales Netzwerk Newsgroups Webforum
Werbung Klassische Banner z.B. über DoubleClick Google AdSense (AdWords-Werbung im Partnernetzwerk)
Bezahlwerbungs-Einheiten Nach Sichtkontakten Kosten pro Klick


Veränderungen der Medienlandschaft

Ein Bereich, der sich unter dem Einfluss des Internets der 2. Generation am stärksten verändert sind die Meiden. Die Zukunft wird von folgenden Begriffen geprägt sein:


  • Individualisierung
  • Digitalisierung
  • Personalisierung
  • Demokratisierung

Blogger erhalten mehr Medienmacht, die bisher die Medienkonzerne inne hatten. Die Marketingkommunikation stösst an ihre Grenzen, wenn Nutzer plötzlich mehr Informationen über Unternehmen produzieren, als die Unternehmen selber. Weil die Inhalte von den Anwendern selber generiert werden, erhalten Sie eine erhöhte Authenzität. Der klassische PR-Bericht verblasst daneben und wird kaum mehr beachtet. Soziale Netzwerke wachsen sehr schnell. Dort halten sich heute und künftig immer mehr Ihrer Kunden auf. Es entstehen dadurch neue Werbeplattformen. Dies gilt es künftig vermehrt zu beachten, weil sich die Mediennutzungszeit von den bisherigen Angeboten der klassischen und Online-Kanäle zu den neuen Volksportalen verschiebt. Die Inhalte werden vermehrt von den Usern selber bewertet. Es wird beurteilt, kommentiert und „getaggt“. Die kollektive Intelligenz ersetzt immer mehr die Redaktion. Inhalte als reine Texte werden zunehmend durch Audio- und Videoinhalte ersetzt, die der mündige Benutzer mit MP3-Player oder Handy-Videocam in Minutenschnelle selber erstellen und online publizieren kann. Anywhere and anytime.


Kurz: Web 2.0 - das interaktive, überall verfügbare, soziale Internet - wo jeder und jede mitmachen darf. Schöne Aussichten stehen uns bevor.

 

 

 

 



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